Vor längerer Zeit hatten wir eine Interviewanfrage für eine Zeitschrift aus dem Bereich Video erhalten. Das Thema war der Einsatz einer Blue Screen. Leider wurde das Interview in dieser Form nie gedruckt. Da die eine oder auch andere Frage vielleicht zum Grundverständnis der Blue Screen Technik beitragen kann, haben wir hier noch mal die Fragen, samt unseren Antworten aufgeführt.
Frage: Was sollte man bei dem Aufbau einer Szene mit Bluescreen beachten?
Unsere Antwort: Beim Aufbau einer Szene mit Bluescreen ist die Beleuchtung der wesentliche Faktor. Außerdem ist zu beachten, dass die Kleidung der Schauspieler, sowie mögliche Objekte, die in der gewünschten Szene zu sehen sein sollen, sich farblich deutlich von der Bluescreen abheben. Dies erleichtert die Nachbearbeitung ungemein. Es empfiehlt sich in jedem Fall anhand einer Testszene mit dem jeweiligen Nachbearbeitungsprogramm zu überprüfen, ob der Aufbau der Szene korrekt ist.
Frage: Welche Beleuchtung braucht man?
Unsere Antwort: Wenn man die Bluescreen im Freien verwenden will, ist das natürliche Tageslicht das ideale Leuchtmittel. Im Studio hingegen sollte die Beleuchtung dem Tageslicht ähnlich sein. Deshalb sollten keine Lampen benutzt werden, die gelbes Licht produzieren oder etwa Spots, dessen Lichtkegel unnötige Schatten werfen. Die Anzahl der zu verwendenden Scheinwerfer ist abhängig von der Größe der Bluescreen, die möglichst hell und gleichmäßig ausgeleuchtet sein sollte. Geht es um die Ausleuchtung der Schauspieler/-Innen wird meist nur eine indirekte Beleuchtung verwendet, um Schatten auf der Screen zu vermeiden.
Frage: Ist die Greenscreen besser als die Bluescreen und warum?
Unsere Antwort: Die Wahl zwischen Green- und Bluescreen richtet sich nach den Objekten, die gefilmt werden sollen. Beispielsweise können Schauspieler mit blauen Kostümen, nicht vor einer Bluescreen aufgenommen werden, da blaue Kleidung in der Nachbearbeitung ebenfalls unsichtbar wird. Es sei denn, dieser Effekt ist ausdrücklich erwünscht. Das Blau hatte sich in früheren Jahren durchgesetzt, da sich diese Farbe im Vergleich zum menschlichen Hautton am deutlichsten abhebt. Mittlerweile ist der Einsatz der Greenscreen genauso weit verbreitet. Qualitativ lassen sich demnach keine gravierenden Unterschiede zwischen den beiden Screens ausmachen, sondern die Entscheidung hängt hauptsächlich vom Aufbau der Szene und dem gewünschten Ergebnis ab.
Frage: Wie kann man darauf Einstellungen bauen wie bei den Nachrichten? Wie kommt das Bild in die linke obere Ecke?
Unsere Antwort: In der Nachrichtensprecher/ die Nachrichtensprecherin erst einmal in der Bluescreen oder Greenscreen gefilmt worden, kann das Bild grenzenlos manipuliert werden. Die Screen Farbe wird ausgekeyt, also das blau oder grün entfernt und kann durch jede Art von Grafik, Video oder Animation ersetzt werden. In der Nachbearbeitung lassen sich problemlos weitere Ebenen vor oder hinter der Person platzieren. Diese Ebenen können verschiedene Größen und Inhalte haben, wie zum Beispiel die Animation der Wetterkarte im Hintergrund.
Frage: Was waren Ihre besten Ergebnisse mit der Technik?
Unsere Antwort: Wir setzen die Technik oft in Projekten ein, wo aus finanziellen und zeitlichen Gründen schnell gearbeitet werden muss. Zuletzt haben wir an einem Kurzfilm mitgearbeitet, in dem aus einer Aufnahme mit einem Schauspieler vor einer Bluescreen, einem Foto einer Parkbank und den Filmaufnahmen einer Parkanlage, eine Gesamtaufnahme erstellt werden musste. Da es aus Kostengründen nicht möglich war, die Szene vor Ort zu drehen, haben wir diese Elemente in der Nachbearbeitung zusammengefügt und damit die Illusion erzeugt, dass die gesamte Szene, in der der Schauspieler auf der Bank im Park sitzt, tatsächlich real existiert hat.
Frage: Wo liegen die Schwierigkeiten bei der Umsetzung mit der Bluescreen?
Unsere Antwort: Die Bluescreen-Technik ist ein Effekt und sollte so auch angewendet werden. Können Szenen real gefilmt werden, dann sollte man nach Möglichkeit dieses dem Effekt vorziehen. Denn manches geübte Zuschauerauge kann, je nach Einsatzmethode, den Effekt entlarven. Ansonsten lassen sich technische Schwierigkeiten bei einer richtigen Beleuchtung der Bluescreen nahezu ausschließen. Problematisch ist es oft eher für die Schauspieler/-innen, die sich in einer reinen Bluescreen-Kulisse erst einmal orientieren und den richtigen Bezug zu der jeweiligen Szene herstellen müssen.



